NURATA-GEBIRGE
Uzbekistan
Der Staat Usbekistan umfasst nicht nur
abgelegene Städte, altehrwürdige und historische Medresen, prächtige Moscheen
und Minarette, sondern auch vielfältige Klimazonen und Naturlandschaften: die
trockenen Wüsten von Kyzylkum und Karakum, die schneebedeckten und malerischen
Gebirgszüge des Thian-Shan- Pomir, Flüsse und Seen, dichte
Kiefernwälder, blühende Frühlingssteppen, den Aralsee und berühmte Höhlen mit
in den Fels gehauenen Petroglyphen. Das Nurata-Gebirge ist ein solch
beeindruckendes Naturdenkmal, das sich eines deutlichen Anstiegs des Tourismus
erfreut und als neues Reiseziel gilt.
Der höchste Punkt des Nurata-Gebirgszugs
ist der Berg Hayot Bakhshi mit einer Höhe von 2169 Metern. Obwohl diese
Bergkette nicht sehr hoch ist, zieht sie mit ihrer reichen Geschichte, ihren
einzigartigen Denkmälern, ihrem sauberen und angenehmen Klima, ihren heilenden
Quellen, ihren Dörfern und ihren liebenswerten Menschen viele Touristen
an.
Historiker und Archäologen haben auf einer Fläche von 20 Quadratmetern Sarmischsay- Schlucht im wesenlichen Teil des Nurata Gebirges Ausgrabungen durchgeführt. Dabei entdeckten sie rund 10.000 Felszeichnungen. Wann diese
Felszeichnungen in der Sarmishsay-Schlucht entstanden, ist unbekannt.
Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die frühesten menschlichen
Siedlungen in der Schlucht aus der Altsteinzeit (ca. 300.000–25.000 v. Chr.)
stammen. Heute ist die Sarmishsay-Schlucht ein von der UNESCO anerkannter
Nationalpark für Felszeichnungen.
Das Nurata-Gebirge ist ein idealer Ort für
einen erholsamen Urlaub inmitten der Natur und für spirituelle Einkehr. Unweit
des Nurata-Gebirges, am Aydarkul-See (dem größten See am Nordfuß des Gebirges),
befinden sich bei Touristen beliebte Steppensiedlungen. Dort findet man
Kamelherden und Jurtenlager, die einst von Nomadenstämmen bewohnt wurden.
Mitten in der Kyzylkum-Wüste, der größten Wüste Zentralasiens, bieten diese
Touristencamps einen Einblick in die Lebensweise und Geschichte der
Nomadenstämme. Ein friedlicher Kamelritt durch die Wüste ist ein
unvergessliches Erlebnis. Man kann auch in lokalen Gästehäusern übernachten,
gemeinsam mit den Besitzern traditionelle Gerichte zubereiten und sich im Weben
usbekischer Teppiche und Suzani versuchen.
NURATA
Nurata ist eine der ältesten Städte
Usbekistans und die größte Stadt der Region Navoi. Lokalen Legenden zufolge
reicht die Geschichte der Stadt bis in die Zeit Alexanders des Großen zurück.
Später wurde sie zu Ehren des berühmten Scheichs Abulhasan Nuri (9.
Jahrhundert), der dort lebte, in „Nurata“ umbenannt. Eine der Routen der
Seidenstraße führte durch Nurata. In der Vergangenheit besaß die Stadt
strategische militärische Bedeutung und war ein wichtiges Handelszentrum. Die
Festung Nura galt lange Zeit nach Jizzakh als zweites Tor zu den Oasen Buchara
und Samarkand. Nurata (das antike Nur) ist eine abgelegene Stadt im Norden
Bucharas, am Rande eines nomadisch geprägten und sesshaften Gebiets. Die
einheimischen Oghusen siedelten sich zunächst in Chorasan und dann auf der
Kleinasiatischen Halbinsel an, bevor sie die Oase Nurata erreichten, wo sie im
11. Jahrhundert den historisch bedeutsamen Seldschukenstaat gründeten. Viele
Karawanen machten auf der alten Steinstraße in Nurata Halt. Dschingis Khans
Truppen erreichten Nurata im Januar 1220 auf demselben Weg nach Buchara. Daher
wird die Steinstraße auch „Khanstraße“ genannt. Nurata war ein wichtiger
strategischer Stützpunkt für die Samaniden und darüber hinaus.
Nuratas immenser Reichtum beruht auf
seinem Marmorbruch. Die Halb- und Fertigprodukte des Industrieunternehmens
„Nurotamarmar“ in der Stadt sind nicht nur auf dem usbekischen Markt, sondern
auch international bekannt.
Die Überreste der antiken Festung Nurata (auch bekannt als Alexandria, die Festung Alexanders), die Wehrmauern (ca. 4.–3. Jahrhundert v. Chr.), die Chilustun-Moschee (frühes 9.–20. Jahrhundert), die Große Kuppelmoschee (16. Jahrhundert) sowie die Sayidota-, Oqmaschid- und Bargsoz-Moscheen (spätes 19.–frühes 20. Jahrhundert) und weitere Bauwerke wurden als architektonische und historische Denkmäler erhalten.Die geheimnisvolle Natur der Nurata-Quelle ist auf ihre natürliche Lage und ihre heilende Wirkung zurückzuführen. Der Phosphorgehalt des Quellwassers lässt Wasser und Fische leuchten und verleiht ihnen so ein bezauberndes Aussehen. Das Wasser der Nurata-Quelle fließt mit einer Geschwindigkeit von 290 Litern pro Sekunde durch Tausende Kilometer unterirdischer Gänge. Die Wassertemperatur beträgt sowohl im Winter als auch im Sommer 19,5 °C.Seit Jahrtausenden ist die Quelle nie zugefroren; ihr Wasser ist reich an Mineralien und somit ein wertvolles Trinkwasser. Es enthält Gold, das bekanntermaßen Magen-Darm-Erkrankungen heilt. Das im Wasser enthaltene Jod ist seit Langem als Heilmittel gegen Kropf bekannt, und das seltene Brom hilft bei neurologischen Erkrankungen. Der Silbergehalt sorgt für eine gute Wasserbindung.
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